Zeitzeugen gesucht!

In Vorbereitung auf die nächsten Termine der Vortragsreihe „ Heersumer Zeitreise“, welche verschiedenste Themen der Heersumer Ortsgeschichte beleuchtet,  werden weitere Zeitzeugen gesucht. 
 
Ziel ist es, Ihre bewegenden Geschichten und Bilder aus dem täglichen Leben zu sammeln, thematisch aufzuarbeiten und diese dann in einer lebendigen Präsentation der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um sie so für die Nachwelt zu erhalten.
 
Kennen Sie noch die Tage, als die Innerste ein wichtiges Element des tägliches Lebens war? Diverse Mühlen versorgte sie mit Wasser, Schafherden grasten an ihren Ufern und Kinder lernten in ihren Fluten schwimmen. Vielleicht waren auch Sie es, die ihren Partner beim berühmten „Waldfest“ kennlernten oder auf den zahlreichen Sänger-, Feuerwehr,- oder auch weiteren Festen aktiv mitwirkten?  Auch die Gründung und das Wirken in Vereinen und Institutionen hat den Ort und die Zusammengehörigkeit der Bewohner bis heute stark geprägt.
 
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns an Ihrem bewegten Leben teilhaben lassen und laden Sie herzlich zum gemütlichen Kaffeenachmittag am 21.09.2019 um 15.00 Uhr in die Alte Schule ein. Bringen Sie gern gleich Bilder, Karten oder Videos mit, diese können direkt vor Ort eingescannt bzw. kopiert werden. 
 
Seien Sie dabei – wir freuen uns auf Sie und Ihre Geschichten!
 
Der Ortsrat
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„Heersumer Zeitreise“ begeisterte die Zuschauer

Knapp 100 faszinierte Zuschauer feierten den ersten Teil der Heersumer Zeitreise. Der Einladung des Ortsrates folgten Jung und Alt sowie Alt- und Neubürger gleichermaßen. Ein toller Erfolg, so Ansgar Debertin, Ortsbürgermeister der Ortschaft Heersum.

Der Ortsrat zeigte sich begeistert von der Idee Miskes, eine interaktive Vortragsreihe zu verschiedensten Themen der Heersumer Ortsgeschichte anzubieten. Im Gegensatz zu üblichen Präsentationen wird hierbei auf die aktive Mitgestaltung der Bürger während des Vortrages gesetzt. Jene „Reisebegleiter“ untermalen mit ihren bewegenden Beiträgen die Präsentation und lassen die alten Bilder wahrhaft lebendig werden. Auch der wiederkehrende Neuzeitbezug spielt eine entscheidende Rolle so Miske, um insbesondere den Neubürgern und den jungen Menschen die Navigation durch die Zeitreise zu ermöglichen.

Nach der Begrüßung zum ersten Teil „Ein Dorf im Wandel der Zeit“ übergab Debertin das Wort an Miske, welche weiter durch den Abend moderierte und zunächst ihre „Reisebegleiter“ für die heutige Zeitreise vorstellte. Manfred Ohlendorf, Karl-Wilhelm Miske, Erhard Sander, Jürgen Nisse und Günter Gondeck standen ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Der Vortrag begann mit einer Karte, welche die Ortstruktur um 1885 darlegte. Straßennamen und Hausnummern waren zu dieser Zeit noch nicht vermerkt, lediglich einzelne Gebäude mit Ziffern beschrieben. Fachkundig führte Jürgen Nisse dazu aus, dass es sich dabei um sogenannte Assekuranz-Nummern handelt, da früher den Gebäuden die Versicherungsnummern als Standortadresse zugeordnet wurden. Diese Karte und die ASS-Nr. begleiteten uns weiter durch den Abend und wiesen auf die Standorte der in der Präsentation angesprochenen Inhalte hin.

Manfred Ohlendorf beschrieb lebendig das Wirken eines Schmieds, Schuhmachers, Tischlers oder auch des Stellenmachers im Ort. Auch Holzschnitzarbeiten wurden in Heersum verrichtet, so Günter Gondeck, von denen heute noch das imposante Lesepult in der Heersumer Kirche zeugt. Kuhgespanne auf der Mittelstraße? Keine Seltenheit ergänzte Karl-Wilhelm Miske – jenen kamen neben den Pferden eine tragende Rolle in der Landwirtschaft zu. Abgesehen von zwei Bäckern zählten auch Schlachter, Zimmerer, Hausschlachter sowie Schneider zu den vorgestellten Handwerken an diesem Abend.

Das Publikum zeigte sich mehrfach überrascht wie vielfältig und vielzählig die Gewerke in Heersum zu jener waren. Auch die Gebäude, heute teils abgerissen, restauriert oder auch modernisiert, sorgten für einiges Erstaunen. Überwältigend empfanden es die Veranstalter, dass einige Ergänzungen sowie Anmerkungen immer mal wieder aus den Reihen des Publikums selbst kamen und somit für eine ausgelassene, heitere Stimmung sorgten.

Nach einer kurzen Pause ging es in der Präsentation mit der Vorstellung der Gaststätten, Geschäfte und Lebensmittelläden weiter. Überraschend für viele war sicherlich, dass die Gaststätte Langemann nicht nur für Vergnügen, Stammtische oder als Kinosaal genutzt wurde – nein – kurzerhand auch Tischtennisplatten in den Saal gestellt wurden und dann, so Erhard Sander, „Ping Pong“ gespielt wurde! Die Geburtsstunde des heutigen TTC hatte geschlagen.

In den weiteren Ausführungen des Vortrages zu verschiedenen Lebensmittelläden, Poststellen, einer Sparkasse, einer Volksbank, diversen Geschäften und selbst einer Tankstelle fügte sich das Bild eines Ortes mit aktiven Dorfleben, wo die Gemeinschaft und Geselligkeit trotz harter Arbeit immer groß geschrieben wurde. Mit Erweiterung des Ortkernes um weitere Wohngebiete endete die Präsentation und war zeitlich wieder im Hier und Jetzt angekommen.

Das Publikum bedankte sich mit einem tosenden Applaus bei den Veranstaltern und deren Reisebegleitern und reservierte sich virtuell schon einen Platz für den Vortrag im kommenden Jahr. Auch uns Mitwirkenden hat die Zusammenarbeit und Vorstellung sehr viel Spaß gemacht, daher ein herzliches Dankeschön für die Aufmerksamkeit!